
Br. Bernhardin M. Seither OFM Conv.
Der "rote Faden" ist mir ein wichtiges Symbol in meinem Leben geworden. Für mich ist er ein Zeichen für Gottes Spur, Gottes Führung, Gottes Liebe in meinem Leben.
Ich habe keine Berufungsgeschichte mit einem großen Ereignis. Im Rückblick auf meinen Lebensweg darf ich aber erkennen, dass Gott mich führt und leitet. Das gibt mir Sicherheit. Mit Christus auf dem Weg ist mir ein wichtiger Leitspruch, der sich für mich auch in unserem Logo zeigt. Am 15. April 1965 wurde ich als erstes von vier Kindern in Hauenstein in der Pfalz geboren und auf den Namen Bernhard getauft. Und "Pälzer" bin ich, mit Leib und Seele.
Nach meiner Schulzeit erlernte ich den Beruf des Krankenpflegers und während der Ausbildung kristallisierte sich immer mehr der Wunsch nach einem geistlichen Beruf heraus. Ich wollte mehr! Diözesanpriester oder Ordenspriester? Über einen Freund lernte ich eine kleine franziskanische Brüdergemeinschaft kennen und bin dort eingetreten.
Von 1986-1992 war ich als Krankenpfleger bei der Paulusbrüdern vor allem in der Kurzzeitpflege und Altenheim in Deidesheim tätig. Nebenbei kümmerte ich mich dort um die Ministranten und um den Jugendchor. Und weil ich gerne singe war ich "natürlich" auch im Kirchenchor. Es war eine schöne Zeit, aber ich spürte, dass dort, in dieser Gemeinschaft nicht mehr mein Platz ist. Ich ging vor meiner ewigen Profess weg und arbeitete fast vier Jahre in einem Krankenhaus in Speyer. Zu meinen damaligen Mitbrüdern habe ich auch heute noch guten Kontakt.
Anfang 1996 habe ich mich für den Orden der Franziskaner-Minoriten entschieden und bin dort am 1. Mai 1996 eingetreten. Nach Postulat und Noviziat war ich zuerst noch in unserem Kloster in Würzburg und ab 1. Mai 2000 in unserem Bildungshaus Kloster Schwarzenberg. Meine Hauptaufgaben lagen in der Kinder- und Jugendarbeit. So kümmerte ich mich um unsere Klostermini´s, den Schwarzenberger Kinder- und Jugendchor, Tage der Orientierung für Schulklassen (meist: WSR Schweinfurt, MRS Schillingsfürst, RS Marktheidenfeld, RS Schloss Schwarzenberg). In den Pfarreien Scheinfeld, Oberscheinfeld und Kornhöfstadt engagierte ich mich in der Erstkommunion- und Firmvorbereitung. Für Kinder und Jugendliche habe ich mit Br. Steffen und Br. Andreas verschiedene Treffen und Aktionen angeboten. Langweilig war es mir noch nie! Und es macht mir immer wieder viel Spaß und Freude mit jungen Menschen unterwegs zu sein. Auch ein Stück Berufungsweg mit zu gehen, damals als Beauftragter für die Berufepastoral. Eine Hilfe dabei ist mir die Ausbildung zum Gestaltpädagogen und geistlichen Begleiter. Jeder Mensch hat eine eigene von Gott geschenkte Berufung. Und Gott sorgt und kümmert sich um jeden Menschen – ganz persönlich, weil jeder Mensch etwas Kostbares, Einmaliges, Wertvolles ist. Deshalb wählte ich als Thema für die Orientierungstage der Schulklassen, was ich jedem Menschen sagen möchte: weil du mir wertvoll bist (vgl. Jes 43, 4).
Seit 2006 bin ich nun im Studienhaus St. Lambert Lantershofen und studiere katholische Theologie. Meine "alte" Berufung, Sehnsucht, hat mich im wahrsten Sinne des Wortes wieder eingeholt. So stellte ich 2006 den Antrag und wurde von meiner Provinz für die vier Jahre Studium freigestellt. Für mich ein großes Geschenk und Zeichen des Vertrauens. Es war und ist für mich nicht selbstverständlich, dass ich mit über 40 freigestellt werde, um außerhalb in einem interdiözesanen Priesterseminar zu studieren. Dafür bin ich sehr dankbar. Und auch jetzt in der Zeit meines Studiums – mit über 40 nicht immer einfach – hat es sich immer wieder bestätigt: Gottes Spur, Liebe und Führung, zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.
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